Recht & Steuern

Dubai-Bankkonto und CRD6: Was DACH-Käufer 2026 wirklich wissen müssen

23. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Ab dem 11. Januar 2027 gelten in der EU neue Regeln für Banken aus Drittstaaten, und dazu zählen die Banken der Vereinigten Arabischen Emirate. Was das für Ihr Konto in Dubai bedeutet, und vor allem, was es nicht bedeutet.

Wer in Dubai eine Immobilie kauft, braucht in aller Regel ein lokales Bankkonto: um den Bauträger zu bezahlen, um Mieteinnahmen zu vereinnahmen, um die laufenden Kosten zu decken. Seit im Markt der Begriff CRD6 kursiert, kommt regelmäßig dieselbe Sorge auf: Kann ich als Deutscher, Österreicher oder Schweizer künftig überhaupt noch ein Konto in Dubai führen? Die kurze Antwort lautet ja. Die längere lohnt sich, weil sie zeigt, wo die neue Regel wirklich greift und wo nicht.

Was CRD6 ist

CRD6, die sechste Fassung der EU-Eigenkapitalrichtlinie (Richtlinie (EU) 2024/1619), bringt mit ihrem Artikel 21c eine neue Grundregel: Eine Bank aus einem Drittstaat, also einem Land außerhalb der EU, darf bestimmte Kern-Bankdienstleistungen nicht mehr grenzüberschreitend an Kunden in der EU erbringen, ohne dafür eine lizenzierte Zweigniederlassung im betreffenden EU-Land zu unterhalten.

Die Eckdaten stehen fest:

Eine Verschiebung dieser Fristen ist bis heute nicht angekündigt.

Was die Regel auslöst, und was nicht

Der Auslöser ist eng gefasst. Nur drei Tätigkeiten fallen unter die Sperre: das Einlagengeschäft, die Kreditvergabe und die Garantien und Kreditzusagen. Nicht erfasst sind unter anderem der Zahlungsverkehr, der Devisenhandel, die Verwahrung sowie Wertpapier- und Investmentdienstleistungen, die einem eigenen Regelwerk unterliegen.

Genauso wichtig ist der Maßstab, an dem alles hängt: Es kommt darauf an, wo der Kunde ansässig ist und wer auf wen zugeht. CRD6 zielt auf den Fall, dass eine Bank aus den Emiraten aktiv über die Grenze nach Deutschland hineinreicht und einem dort ansässigen Kunden aus Dubai heraus ein Konto oder einen Kredit verkauft.

Was das für Ihr Dubai-Konto bedeutet

Für den typischen Immobilienkauf ändert sich damit wenig. Nicht erfasst ist im Kern:

Was CRD6 ab 2027 tatsächlich einschränkt, ist die Möglichkeit einer Bank aus den Emiraten, EU-Ansässige aus der Ferne aktiv für Einlagen oder Kredite anzuwerben. Das Konto, das Sie beim Kauf einer Wohnung in Dubai für Kaufpreis, Miete und Nebenkosten brauchen, ist davon nicht betroffen.

Ein Detail für DACH-Kunden

Nicht die ganze DACH-Region ist gleich behandelt. Deutschland und Österreich sind EU, hier gilt CRD6 unmittelbar. Die Schweiz ist selbst ein Drittstaat, für Schweizer Kunden greift die Regel nicht direkt. Liechtenstein gehört zum Europäischen Wirtschaftsraum, dort gilt CRD6 erst, wenn der EWR-Ausschuss die Richtlinie übernimmt, und das läuft zeitversetzt.

Braucht der Käufer eine Emirates ID?

Nein, nicht zwingend, aber die Emirates ID entscheidet über die Kontoart.

Ohne Emirates ID, also ohne Aufenthaltsstatus in den VAE, ist ein Non-Resident-Konto möglich, meist ein Sparkonto. Voraussetzung sind ein Reisepass mit mindestens sechs Monaten Restlaufzeit, ein Adressnachweis aus dem Heimatland, Kontoauszüge der letzten Monate und häufig ein Referenzschreiben der bestehenden Bank. Der Termin findet persönlich in der Filiale statt, und der Zweck des Kontos ist zu erläutern. Solche Konten haben höhere Mindesteinlagen und weniger Funktionen.

Mit Emirates ID, also mit Aufenthaltsstatus, steht das volle Girokonto offen. Der Aufenthaltsstatus kommt bei vielen Käufern ohnehin über das Golden Visa mit, das an eine Immobilie ab 2 Millionen AED geknüpft ist.

Seit April 2026 gibt es zusätzlich eine Tourist-Identity-Initiative der Zentralbank der VAE gemeinsam mit ADCB, die berechtigten Besuchern eine digitale Kontoeröffnung eröffnen soll. Das steht noch am Anfang und ist bankabhängig.

Was in der Praxis oft wichtiger ist als CRD6

Zwei Punkte bereiten beim Dubai-Konto erfahrungsgemäß mehr Aufwand als CRD6.

Erstens die Herkunftsnachweise. Banken in den Emiraten prüfen Identität und Mittelherkunft gründlich, und ein sauber belegter Weg des Geldes beschleunigt die Eröffnung erheblich.

Zweitens die steuerliche Transparenz. Ein Konto in den Emiraten wird über den automatischen Informationsaustausch nach dem Common Reporting Standard an das Heimatfinanzamt gemeldet. Ein Konto in Dubai ist also kein verstecktes Konto, es ist ein reguläres Konto in einem anderen Land, das den Meldepflichten unterliegt.

Fazit

CRD6 ist eine Regel für den EU-Bankenmarkt, nicht für Ihren Immobilienkauf in Dubai. Wer vor Ort oder mit Aufenthaltsstatus ein Konto eröffnet, bleibt außerhalb der neuen Sperre. Wer sauber dokumentiert und seine steuerlichen Pflichten kennt, hat den größeren Teil der Arbeit ohnehin erledigt.

TAH-Einordnung

The Access House begleitet den Kauf einschließlich der Frage, welche Bank und welche Kontoart zur jeweiligen Situation passt, und arbeitet dafür mit Partnern vor Ort zusammen.

Rechtsstand & Hinweis

Rechtsstand: 23. September 2026. Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Für die eigene Situation gehört eine individuelle Prüfung durch einen auf grenzüberschreitende Bank- und Steuerfragen spezialisierten Berater dazu. Regeln und Bankpraxis können sich ändern.

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